Montag, 30. Juli 2012

Das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata subsp. elodes)

Das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) ist ein ausdauernder Geophyt, der mit Hilfe seiner Knollenwurzel den Winter überdauert. Zum Überleben benötigt die Pflanze zudem spezielle Wurzelpilze (endotrophe Mykorrhiza), mit deren Hilfe sie sich vor allem im Jugendstadium ernährt. Bestäubt wird sie durch zahlreiche Insektenarten, vor allem durch Zwei- oder Hautflügler und Käfer. Insbesondere Bienen besuchen die Blüten zwar, können diese jedoch nicht bestäuben. Die Ausbreitung der Kapselfrüchte erfolgt eigenständig (Autochorie). Durch achselständige Innovationsknospen kann sich die Pflanze auch sprossbürtig vermehren.



















Das Gefleckte Knabenkraut ist an seinen lanzettlich bis linealischen Blättern erkennbar, die etwa 0,7 bis 1,5 cm breit und vorne spitz sind.
Auf der Blattoberseite besitzen sie charakteristische, meist runde Flecken, die nur äußerst selten fehlen können. Es gibt meist 6 bis 10 Blätter, von den Übergangsblättern gibt es häufig zudem 1 bis 3 Stück. Solche stehen zwischen den Laubblättern und dem ährigen Blütenstand und werden nicht breiter als 3 mm. Die Pflanze wird bis zu 60 cm hoch und blüht zwischen Mai und August. Ihr markiger Stängel ist nicht hohl und daher auch nicht zusammendrückbar. Die Blüten sind pink bis violett gefärbt, sie besitzen häufiger auch kleinere Weißanteile. Sie erleben in ihrer Entwicklung eine spezielle Drehung um 180 Grad, die durch die Schwerkraft induziert wird. In der Blüte befindet sich ein 0,8 bis 1,6 mm dicker Sporn, der etwa gleich lang wie der Fruchtknoten ist. Die seitlichen äußeren Perigonblätter sind nach außen geneigt. Die schwach dreilappige Lippe ist relativ breit, ihr Mittellappen ist nicht vorgezogen und kleiner als die breiten und abgerundeten, oft etwas gezähnten Seitenlappen. Der Pollen ist in zwei mit Klebscheiben ausgestatteten Pollenpaketen (den Pollinien) zusammengefasst. Nach der Blüte werden Kapselfrüchte ausgebildet, die etwa 6000 Samen enthalten. Die Art weist wie viele Knabenkräuter eine große Variationsbreite der Merkmale auf, so dass die sichere Bestimmung, insbesondere anhand von Fotos, schwierig ist. Schwierigkeiten bereiten auch Herbarbelege, da wichtige Merkmale, wie die Flecken auf den Blättern, beim Trocknen verschwinden.

Das Gefleckte Knabenkraut kommt auf feuchten Magerrasen, in feuchten Nieder- oder Quellmooren und in lichten Wäldern vor. Die Art ist kalkmeidend und bevorzugt leicht saure Standorte. Die Verbreitung in Deutschland ist momentan nur ungenügend bekannt, da das Gefleckte Knabenkraut häufig mit anderen Arten der Gattung, insbesondere mit dem Fuchs’ Knabenkraut, verwechselt wird und kaum von diesem zu unterscheiden ist. Die Pflanzenart ist nach der BArtSchV besonders geschützt. Außerhalb Europas kommt die Art nicht vor.

Die abgebildete Pflanze ist voraussichtich die Unterart Moor-Knabenkraut (Dactylorhiza maculata subsp. elodes)

Die Pflanze wird nur 10 bis 35 cm groß und besitzt meist 3 bis 5 linealische, aufrechte und oft ungefleckte, schmal-lanzettliche Blätter. Der Blütenstand kann recht kurz sein. Die Blütenlippe wirkt, aufgrund des sehr kurzen Sporns etwas größer als bei der Unterart maculata. Die Schleifenzeichnung ist sehr kontrastreich, jedoch schon stärker in Punkte und Striche aufgelöst. Der Blütensporn ist höchstens halb so lang wie der Fruchtknoten. D. maculata subsp. elodes wurde ursprünglich als Orchis elodes aus dem nordwestdeutschen Raum beschrieben. Das Moor-Knabenkraut kommt in nassen, torfmoosreichen Heidemooren vor und ist in der typischen Ausprägung nur aus Deutschland und den Niederlanden sicher bekannt.

Märzenbecher am Naturstandort