Dienstag, 9. August 2011

Heilziest - Stachys officinalis

Heilziest - Stachys officinalis
Heilziest - Stachys officinalis
Der Heilziest ist ein bis zu 80cm groß werdender, krautiger Hemikryptophyt. Das bedeutet, dass seine Überdauerungsknospen in Erdnähe sitzen und er somit mehrjährig ist und die Fähigkeit zum Überwintern besitzt. Am Grund des für Lamiaceaen typisch vierkantigen und aufrecht wachsenden Stängels sitzen Rosetten aus lang gestielten, herz-eiförmig-länglichen, regelmäßig gekerbt-gesägten und leicht behaarten Blättern. Der Stängel selbst ist lang gestielt, besitzt also nur ein bis drei weit auseinander liegende Blattpaare.



Heilziest - Stachys officinalis
Die kleinen roten, selten weißlichen, zygomorphen und zwittrigen Röhrenblüten ohne innenliegendem Haarring weisen eine Kronblattlänge von 15mm und eine Kelchlänge von 8mm auf. Sie stehen zur Blütezeit, Juli bis Anfang September, in dicht gedrängten ährenförmigen Scheinquirlen am Stängel und werden von Hummeln, Faltern und Schwebfliegen angeflogen. Der Kelch besteht aus fünf gleichmäßig dreieckigen und behaarten Blättern. Auch, wenn Selbstbestäubung möglichst verhindert wird, ist sie gegen Ende der Blütezeit möglich. Die Klausenfrüchte werden über den Wind oder Tiere verbreitet.
Heilziest - Stachys officinalis
Die Droge ist das Kraut, Herba Betonicae bzw. Herba Betoniae.
Mittlerweile wird es hauptsächlich gegen Kopf- und Nervenschmerzen eingesetzt oder als Verdauungstonikum. Als Umschlag soll es auch gegen Verstauchungen helfen.
Das Kraut wird zur Blütezeit, von Juli bis August, gesammelt. Zur Bereitung von einem Aufguss verwendet man ein bis zwei Teelöffel des Krautes pro Tasse und lässt ihn 15 Minuten ziehen. Pro Tag soll man davon ein bis zwei Tassen trinken. Ein Dekokt wird mit zwei Teelöffeln Kraut und einer halben Tasse Wasser hergestellt. Davon trinkt man täglich eine halbe Tasse.
Aufguss und Dekokt sind als Mund- und Rachenspülung geeignet.
Der Samen wird im Frühjahr ab März direkt in Reihen in den Garten gesät. Er kann auch im Spätsommer ab August ausgesät werden.

Märzenbecher am Naturstandort